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Kommentar zur Wahl von Lars Klingbeil als Vorsitzender

Es ist geschafft! Bei der Bundestagswahl haben wir, entgegen anfänglich schlechter Umfragewerte, die meisten Wählerstimmen zu verzeichnen und stellen den Kanzler. Als wir vor zwei Jahren die Vorsitzenden wählen durften, haben ich und viele andere Jusos unser Vertrauen dem Team von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans geschenkt. Mein Vertrauen war unter anderem auch damit verbunden, dass einer der beiden als Kanzlerkandidat/in antritt. Zusätzlich war meine Hoffnung darin begründet, dass ein progressives Vorsitzendenteam, welches nicht die Regierungsbank drückt, Wählerstimmen links der Mitte abgreifen könne. Es ist zudem kein Geheimnis, dass die Jusos dem progressiveren Vorsitzendenteam inhaltlich näherstehen und so auch das neue Sozialstaatskonzept durchsetzen konnten.

Nun könnte ich mich hinstellen und sagen, dass es richtig war und richtig ist, Kandidaten wie Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zu wählen. Daraus könnte man auch schließen, es sei im Umkehrschluss falsch, einen Seeheimer als Vorsitzenden begrüßen zu können. Sicherlich sehen das einige Jusos so, und sicherlich war es gut, dass die Vorsitzendenwahl 2019 so gelaufen ist. Ich jedoch bin zu dem Schluss gekommen, dass die politische Strömung innerhalb der SPD nicht an sich ein wichtiges Kriterium dafür sein sollte, wer an die Parteispitze kommt. Die Ausgewogenheit der Strömungen macht es! Das Zusammenspiel von den verschiedenen Strömungen innerhalb der Partei an der Parteispitze war nämlich essenziell dafür, dass die Partei so geschlossen wie noch nie auftrat. Diese Geschlossenheit wäre eventuell anders nicht möglich gewesen.

Auch hat Olaf Scholz zweierlei gezeigt: Wie man mit einem progressiven Zukunftsprogramm Wahlen in der Mitte gewinnt und wie man finanzpolitisch innovative Ideen in eine Koalition mit der FDP hineinbringt, um progressive Politik durchsetzen zu können. So könnte man nicht sagen, dass wir Jusos durch die Ernennung von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat per se inhaltlich zurückstecken mussten. Nun kommen wir zu Lars Klingbeil – jemand, der in seiner Tätigkeit als Generalsekretär maßgeblich zum Erfolg bei den Wahlen beigetragen hat. Auch wenn Jusos inhaltlich bei Themen wie den Drohneneinsätzen nicht unbedingt mit Lars Klingbeil einer Meinung sind, können wir schon erkennen, dass er eines der großen politisches Talente innerhalb der Partei ist und immer fair für die Partei in ihrer Gesamtheit spricht. In der Konstellation mit dem ehemaligen Jusovorsitzenden Kevin Kühnert als Generalsekretär bin ich überzeugt, dass so die Parteiströmungen ausgewogen an der Parteispitze vertreten sind und damit die Geschlossenheit bleibt, inhaltliche Diskrepanzen im fairen Diskurs geklärt werden können und Erfolge bei den kommenden Landtagswahlen gefeiert werden können.

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