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The winner takes it all

The winner takes it all

Wie keine andere Partei hat die SPD schon immer dafür gekämpft, den Markt so zu gestalten, dass er den Menschen dient. Damit die Märkte fair bleiben, braucht es eine starke Sozialdemokratie und starke europäische Institutionen. Denn Internet-Giganten bauen auch bei uns in Europa ihre Stellung aus und beeinträchtigen im großen Stil Wettbewerb und Innovation. US-Senatorin Elizabeth Warren fasst das Problem sehr gut zusammen, wenn sie sagt: „Du kannst Schiedsrichter sein, eine Plattform, oder aber du kannst ein Team besitzen. Aber ein Schiedsrichter sein und ein Team, das geht nicht.“

Dabei ist das noch längst nicht alles. Beim Beispiel Amazon kommt auch noch hinzu, dass systematisch kleinere Händler kopiert und gleichzeitig unterboten werden. Dass die europäische Kommission im letzten Jahr eine Untersuchung für ein kartellamtsrechtliches Verfahren eingeleitet hat, ist daher nicht überraschend.

Dennoch bleibt die Frage, ob sich die Politik dessen bewusst ist, welche Gefahr eine solche Monopolstellung darstellt. Hohe Geldbußen und strikte Vorgaben allein reichen nicht aus. Wenn Innovation gefährdet ist und Wettbewerb zunichte gemacht wird, haben wir ein Problem. Wir müssen zeigen, dass das nicht geht, und Amazon muss zerschlagen werden. Gleichzeitig muss auch Steuergerechtigkeit bewahrt werden. Es kann nicht sein, dass die irische Regierung Steuernachzahlungen von Apple, in Höhe von 13 Milliarden Euro, nicht annehmen möchte. Die Herausforderungen, die sich uns mit der Digitalisierung stellen, sind Machtfragen. Wenn hier keine Balance herrscht, ist es sehr einfach, dass wir uns in einem „The winner takes it all“- Sachverhalt wiederfinden, in dem der Winner zum Beispiel Amazon heißt und es keinen zweiten, dritten, oder gar fünften Platz mehr gibt, sondern nur noch Verlierer auf den Abstiegsrängen. Das ist gefährlich, und keiner könnte solche Verhältnisse wollen. Eine Bundesliga, in der nur noch der FC Bayern gegen sich selbst spielt, wäre doch auch katastrophal.

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